feedback*X (AT)

Michael Fischer, feedback-saxophone

Peter Koger, video-feedback

 

‘feedback’ ist als Mitteilung des in Dialogform Herbeigerufenen interpretierbar. Der Klang, die Resonanz, ist jedoch ein Gegenüber, das in jedem Moment je eigenen Bewegungsgesetzen im generativen Prozess folgt.
Zwei feedback-Systeme: ausgehend von simplen, analogen no-effect feedback-setups operieren Michael Fischer und Peter Koger in mehrfachen feedback-Zirkeln. 1999 begann Michael Fischer das Phänomen feedback in seine instrumentalen Arbeiten zu integrieren und entwickelte ein ausschließlich analoges, nicht-Effekt-basiertes Instrument, das mittels mikro- und makro-Bewegungen des Instruments/Körpers, Texturschaffung durch stimmliche Intervention, mit den klanglichen Reflexionen dialogisierend, den Raumklang manipuliert. Das Risiko, sich innerhalb dieser extrem instabilen, nahezu unvorhersehbar reagierenden Aktionsräume zu bewegen, fordert, als Motoren und zugleich Zügel, spezifische Analyse- und Reaktionsschnelligkeit sowie Körperbeherrschung. Zu diesen dichten Geräusch- und Klangskulpturen erzeugt Peter Koger mittels trash-Kamera und -Monitor visuelle feedback-Texturen, die sich mit den klanglichen Strukturen verbinden oder ins Nirgendwo abdriften.

 

Peter Koger arbeitet als Videokünstler, Visualist, Programmierer, Interaktions- und Animationsgestalter sowie universeller Medienhandwerker bei zahlreichen Kunstprojekten, hauptsächlich im Bereich Video und perfomative Kunst. Lehrtätigkeiten: 1994 Aufbau und Konzept der Multimedia Producer Ausbildung am Sae Technology College, seit 1999 Lektor an der Universität für Angewandte Kunst, Institiut für bildende und mediale Kunst. Gründungsmitglied verschiedener Initiativen zur Förderung der Kunst von Visualistinnen. 2010 Mitbegründer der Mediaopera, Ko-Intendanz und technische Leitung der Mediaopera in der Wiener Rinderhalle von 2011-2012. Letzte Arbeiten u.a. Entropy (2016/17/18) – Performatives Diskurslabor / Oper, Nomad Theater / Thomas Jelinek / Jorge Sanchez-Chiong, “Criss Crossing The Devine” – Medieninstallation gemeinsam Nina Yankowitz (New York 2016), “revolve” – FullDome Videoinstallation (Aspern 2015) – “Melinda Esterhazy” 360° Videoinstallation (2016), Smartoper – eine interaktive Oper (mit Thomas Desi) (2016/17), WundeWeltEnde – Performance/Installation (mit Otmar Wagner) (2018)

 

Michael Fischer arbeitet im Bereich improvisierte/experimentelle Musik / Noise an der Sprachimmanenz von Klängen. Seit 1999 Integration des feedback und Entwicklung des feedback-saxophone, u.a. am ZKM Karlsruhe; Einladungen zur Globale/ZKM, ReMap4 Contemp. Athens, Irtijal festival Ashkal Alwan Beirut, High Zero festival Baltimore, AudioArt festival Krakowa, Urbanguild Kyoto u.a. Seit Mitte der 90er Jahre Solo- bis Großensembleprojekte in Kooperationen mit MusikerInnen der internationalen Improvisationsszene, mit SchriftstellerInnen experimenteller Textformen und KünstlerInnen/-kollektiven wie TheMeetingPoint Amsterdam, Baby-Q dance comp. Kyoto in Europa, Libanon, USA, Kanada und Japan. Neben Ensembles wie BAGG*FISH (seit 2003) oder M.A.D. gründete Michael Fischer 2004 das VIENNA IMPROVISERS ORCHESTRA, das als erstes österreichisches Improvisationsorchester kontinuierlich mit ad hoc Dirigat arbeitet. Als instant composition conductor Arbeit mit internationalen Improvisationsorchestern, klassischem Orchester und temporären Großensembles für Festivals in Europa und Japan, u.a. Wien Modern. Guest lectures an der The Johns Hopkins Univ. Maryland, Univ. Newcastle, Inst. für Sprachkunst/die Angewandte Wien, Univ. für Architektur Vaduz, Bruckner Univ. Linz, Goethe Inst. Palermo u.a.

 

ff -  Michael Fischer & Peter Koger